Prof. Dr. Detlef Stern

Gerüchte

Geredet wird viel. Der Mensch als soziales Wesen ist ohne mündliche Kommunikation nicht denkbar. Dazu gehört Kommunikation, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, aber auch Kommunikation, um Beziehungen zu stützen. In diesem Sinne ist Gerede, Tratsch, Klatsch etwas Normales.

Kann (oder soll) der Wahrheitsgehalt des Erzählten nicht überprüft werden, wird aus dem Gerede gerne ein Gerücht.

Gerüchte entstehen zufällig oder werden gezielt in Umlauf gebraucht. Dann sollen sie den eigenen Zwecken dienen. So etwas ist gut bei Ereignissen zu betrachten, die viele Menschen verstören. Das müssen nicht gleich Terrorakte oder Flüchtlingsströme sein. Das kann auch etwas sein, dass nur die eigene Umgebung betrifft.

Ich möchte jetzt keine Gerüchte über Gerüchte verbreiten. In meiner Umgebung sind die Ereignisse durch den Hochschulalltag und deren Unwägbarkeiten geprägt. Jeder sollte sich im Klaren sein, dass das Verbreiten von Gerüchten nutzlos ist und nur von den wirklich wichtigen Punkten ablenkt.

Gerüchte können die Schwelle zur sog. "üblen Nachrede" überschreiten. Das kann für denjenigen, der Gerüchte verbreitet, nicht so gut ausgehen.

Mich befremden Gerüchte in meinem Kontext der Hochschule auch deshalb, weil Studierende wissenschaftliches Arbeiten lernen wollen (sollen?). Wer möchte, kann Wissenschaft als Eliminierungsprozess von Gerüchten ansehen. Definitiv sollte sie keine Quelle von Gerüchten sein. Und ja, Hypothesen sind etwas anderes als Gerüchte.

Gerüchte sind lästig, Sie verhindern produktive Arbeit. Die Energie, die in die Verbreitung solcher Gerüchte gesteckt wird, wäre viel sinnvoller nutzbar.

Andererseits sagen Gerüchte mehr aus. Gibt es Gerüchte über unwichtige Personen oder Personengruppen?