Prof. Dr. Detlef Stern

Yoyod, die zweite: RSS-Reader

Google Reader ist ein sehr bequemer Dienst, um RSS-Feeds zu lesen (wer nicht weiß, was RSS-Feeds sind, sollte mal mit der Suchmaschine seiner Wahl suchen gehen). Die Bequemlichkeit hat ihren Preis: andere Reader sind mächtiger, die Synchronisation mit mobilen Geräten ist verbesserungswürdig, meine Daten sind nicht in meinem direkten Zugriff. Positiv wäre zu vermerken, dass weniger Traffic auf den durchsuchten Webservern verursacht wird, da Google jeden Server nur einmal für alle Nutzer abfragen muss.

Mein Hoster bietet auf seiner Seite über coole Sachen eine Anleitung, wie man sich den RSS-Reader Tiny Tiny RSS (tt-rss) installieren kann. Dem ist sehr wenig hinzuzufügen. Die Installation auf dem eigenen Server ist damit recht einfach, vorausgesetzt man hält die Augen offen und das Gehirn eingeschaltet. Nach einer Aktualisierung ist die Anleitung nicht sofort wieder auf dem neuesten Stand.

tt-rss

Möchte man tt-rss auf dem eigenen Server installieren, so sollte man eine Möglichkeit finden, das Aktualisierungsskript im Hintergrund ablaufen zu lassen. Uberspace nutzt die sehr angenehmen daemontools, um auch Nicht-Administratoren den Ablauf von Hintergrundprogrammen zu erlauben. Ist man selbst Administrator, so funktioniert systemd sehr schön. Natürlich lässt sich alles auch unter einem anderen Init daemon installieren. Zur Not ginge auch eine tmux- oder GNU Screen-Session. Das Anstoßen der Aktualisierung über die Webseite kann ich weniger empfehlen.

Vorteilhaft an tt-rss ist, dass es einen Client für Android gibt (sorry, Fanboyz). Etwas präziser gibt es sogar einen zweiten Client für Andoid, den ich auch selbst nutze, da der Original-Client nicht so gut mit meinem Smartphone harmonierte.

Seit über einem Jahr nutze ich jetzt tt-rss, mitsamt Android-Client. Ich vermisse an Google Reader nichts. Das Web-Interface von tt-rss sich sicher nicht ganz so poliert, wie das des Google Readers. Dafür kann ich alles einstellen, auch wenn die Standardeinstellungen meistens ausreichen. Der Android-Client ist locker auf Augenhöhe mit den verfügbaren freien Programmen. Er ist sicher nicht so schön bunt, aber gut zu benutzen. Das Übertragen der abonnierten RSS-Feeds von Google-Reader klappte dank OPML-Export und -Import gut. Nur die favorisierten Beiträge waren in mühseliger Arbeit zu übertragen, wie auch die ungelesenen Beiträge. Das ist der Preis für die Bequemlichkeit. Dafür habe ich vollen Zugriff auf meine Daten.