Prof. Dr. Detlef Stern

Raspberry Pi

Der Raspberry Pi ist ein interessanter Computer. Zwar wurde er entwickelt, damit Kinder einfacher programmieren lernen, aber er eignet sich auch für viele Aufgaben eines Home-Servers. Damit meine ich nicht nur ein Media Center, um Videos, Musik oder Bilder abzuspielen. Nein, ich denke dabei an einen Server, um viele der kleinen Daten und Dienste bereit zu halten, die ein technischer Haushalt eben so braucht.

Der Raspberry Pi (kurz: RPi) bringt in der Modellvariante B eine gute Ausstattung mit:

  • ARMv6-Prozessor mit 700 MHz (wer will darf übertackten)
  • Mit der CPU integrierte GPU (eigentlich ist es umgekehrt: die GPU bootet die CPU)
  • 512 MiB RAM
  • 2 USB 2.0 Anschlüsse
  • 1 10/100 MBit Ethernet Anschluss
  • 1 HDMI Videoausgang
  • 1 Composite Videoausgang
  • 1 3,5mm Klingenstecker zur Tonausgabe

Als Massenspeicher dient eine SD-Karte, für den Stromanschluss benötigt man ein 700mA Netzteil mit Micro-USB Stecker. Als Energieverbrauch werden 3-4 Watt angegeben.

RPi

Damit ist der RPi leistungsfähiger als so mancher NAS-Server, wie z.B. mein kleines Serverlein, dass unter meinem Schreibtisch schnurrt. Dieses besitzt "nur" eine größere Festplattenkapazität. Dafür arbeitet der RPi lautlos.

Was fängt man, nach dem ersten Herumspielen, mit dem RPi an? Nun, manche bauen da schicke Sachen. Einfach mal mit der Suchmaschine der Wahl googeln. Ich habe als erstes die Linux-Standard-Distribution auf eine SD-Karte geschrieben, das Gerät an den Fernseher angeschlossen, Tastatur und Maus nicht vergessen, und los ging es. Erst einmal fand ich es gut, dass alles von Anfang funktionierte.

Die Standard-Distribution Raspbian basiert auf Debian und soll später auch für Kinder geeignet sein. Ich finde es interessant, was dort für die Lütten gleich mit eingepackt wird, aber mir ist das zu wenig. Ich möchte den RPi nicht am Fernseher betreiben, sondern als kleinen Heimserver. Dafür eignet sich m.E. die Distribution Arch Linux etwas besser. Damit kann ich auf dem RPi nur das installieren was ich brauche, dank systemd läuft der Boot-Vorgang in ca. 15 Sekunden ab und außerdem läuft auch mein Netbook mit Arch Linux. Frisch installiert sind auf der SD-Karte weniger als 500 MiB belegt, d.h. genug freier Platz für Experimente.

Was möchte ich auf dem RPi zu Laufen bringen:

  • einen Calibre-Server, damit ich mit allen Geräten (Smart Phone, Tablet, eBook-Reader, Laptop) auf meine eBook-Sammlung zugreifen kann (erledigt),
  • einen OpenVPN-Server, damit ich von allen Hotspots aus sicher surfen kann (erledigt),
  • einen Radio-Server, damit ich mir kein WLAN-Radio kaufen muss (eigentlich will ich "nur" DRadio Wissen hören).

Vielleicht fällt mir später noch mehr ein. Zum Beispiel ein Druckerserver, damit mein USB-Drucker im Keller stehen kann. Oder, oder, oder...

Ich werde berichten, wie ich meine Heimdienste zum Laufen bekommen habe.